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Das leidige Klingeln von Handys in Supermärkten und Umkleidekabinen, in Restaurants, Zügen und auf Flughäfen könnte schon bald durch zarte Düfte ersetzt werden, die den Nasen der Handy-Nutzer individuelle Geruchssignale geben, wenn ein Anrufer zum Gespräch bittet. So jedenfalls stellt sich das Andreas Paul Wüllner aus dem niedersächsischen Brietlingen bei Lüneburg vor.
Schon liegt bei dem gelernten Elektroniker der handgefertigte Prototyp eines Handys mit Duftchip bereit. Orchideen- oder Rosenduft, die neuesten Kreationen von Laura Biagiotti und Dior oder auch eine Kräuteressenz, die bei jedem Anruf mit einer Prise die verschnupfte Nase freimacht - so soll die "bahnbrechende" Erfindung funktionieren. Schließlich könnten beruhigende Düfte bei Handy-Besitzern sogar einen Stressabbau bewirken, glaubt er. "Wohlgerüche machen in jedem Fall gute Laune. Statt nervende Klingeltöne zu ertragen, könnte sich jeder mit seinem Lieblingsparfüm verwöhnen lassen", schwärmt der Erfinder. Und: "Man könnte den Chip sogar nur bei bestimmten Anrufern duften lassen."
Das Konzentrat soll auch während des Telefonats noch wirken. Der einer kleinen Öffnung am Geräterücken entströmende Duft verbreitet sich nur im Umkreis von einem Meter. "Das hat den Vorteil, dass niemand belästigt wird", meint Wüllner. Die erforderliche Elektronik hat der Tüftler mit Hilfe einer Lupe in die Rückwand des Handys montiert. Für die bereits als Gebrauchsmuster zertifizierte Idee hat Wüllner jetzt auch das internationale Patent beantragt. Sobald er es sich gesichert hat, will er eine Firma gründen, die Lizenzen an Hersteller von Mobilfunk-Telefonen und Parfüms verkauft.
Lutz Reinfeld, Filialleiter eines Telefon-Shops in Lüneburg, sieht das wohlriechende Gerät eher als Spaß an. Beim Essen oder bei Besprechungen allerdings hält er es für eine Belästigung. Außerdem: "Ich möchte keinen Anruf verpassen. Duft geht höchstens in Verbindung mit Vibrationsalarm, sonst ist das an der Praxis vorbei", meint der Handy-Spezialist.
Und auch bei der Leiterin einer Parfümerie stößt die Erfindung noch nicht auf ungeteilte Zustimmung: "Keiner hat nur einen Lieblingsduft. Dem Bedürfnis noch häufigem Wechsel des Parfüms und den ständig neuen Duftkreationen kann man damit sicher nicht nachkommen", glaubt sie.
Lüneburg - dpa