Aus Brasilien erreichte die Pariser Zeitung Le Monde kürzlich eine gute Nachricht für naturbewusste, gewissenhafte Sonnenanbeter: Dort konnte der Pharmazie-Professor Silva Berlanga de Moraes Barros nach 30-monatiger Forschungsarbeit im Labor nachweisen, dass die einheimische Pflanze Pariparoba bestimmte Substanzen enthält, mit deren Hilfe sie sich vor ultravioletter Strahlung schützt.
Dieser Schutz funktioniert auch bei menschlicher Haut. Nur allzu verständlich, dass eine solche Meldung bei der Kosmetikindustrie großes Interesse auslöste. Auch weil Pariparoba in der mata atlântica, dem tropischen Wald an der brasilianischen Atlantikküste, sehr häufig vorkommt und daher kein Mangel an Rohmaterial besteht, um die pflanzlichen Substanzen in Sonnenschutzprodukten zu verarbeiten. Das staatliche Forschungsinstitut von São Paolo entschied Ende letzten Jahres, die entsprechenden Forschungsergebnisse privaten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Sie wählte dafür die für ihr Umweltbewusstsein und ihre sozialen Geschäftspraktiken bekannte brasilianische Kosmetikfirma Natura aus und übertrug ihr die Rechte, die gewinnversprechenden Erkenntnisse der Universitätsfakultät industriell und kommerziell zu nutzen.
Le Monde, 18.8.2005